Südoststeiermark, ein bissel Slowenien und ein klein wenig Kärnten

Unser zweiter Gasgeber in Österreich ist ein Hof in der Südoststeiermark, südlich von Graz. Niko und Isa halten im Nebenerwerb eine kleine Herde Krainer Steinschafe, ein paar Hühner und Enten.. Der Hof liegt in einem Tal, gut drei Kilometer abseits vom Dorf. Nicht einmal Google kennt die richtige Zufahrt, und will die Anfahrt über einen holprigen Waldweg leiten. Aber es gibt eine asphaltierte Straße der man nur beharrlich folgen muss. Erst kommen ein paar Bauernhöfe, dann eine Stück Wald, dann wieder ein drei Häuser, dann wieder ein größeres Waldstück. Wenn man dann denkt, hier ist gleich Ende Gelände nur noch ein paar hundert Meter weiterfahren und voilà – sie haben ihr Ziel erreicht. Es ist dann aber auch das vorletzte Haus, ehe die Straße schließlich am Wald endet.

Die Tiere sind täglich zu versorgen. Das beschränkt sich aber zur Zeit auf Futter und Wasser geben, sowie das Geflügel morgens heraus und abends wieder hinein zu lassen. Bei den großen Hühnern wir das mittlerweile von einem automatischen Lukenstellmotor erledigt. Das alte Presshaus soll als Büro- oder Unterkunftsgebäude ertüchtigt werden. Drin steht noch eine alte Obstpresse. Wir hatten dafür plädiert sie als einmaliges dekoratives Element stehen zu lassen. Schließlich wird aber doch die Demontage beschlossen. In den nächsten Tagen sind noch ein paar Fuhren Heu einzubringen. Unsere Mithilfe besteht in der Bedienung des Heukrans. Eine schon ältere aber genial einfache Mechanik. Nur durch Zug am Zugseil wird die Bewegung des Kranes vor und zurück gesteuert. Beladen wird am Boden vom zwei Personen per Hand. Die Entladung erfolgt oben auf dem Heuboden automatisch am vorab eingestellten Platz.

Das erste frei Wochenende nutzen wir wir eine Fahrt nach Kärnten mit Besteigung des großen Speikkogel und Wanderung durch die Altenbachklamm. Na ja, am Berg war es eher eine Wanderung, dafür ging es in der Klamm ganz schön steil bergauf.

Für die zweite Übernachtung führt uns die bereits aus Schweden bewährte App eine kleines Stück an das südliche Ufer der Drau noch Slowenien. Am Rande eines Dorfplatzes kann man direkt am Flussufer parken und übernachten ohne irgendwelchen Ärger zu bekommen. Auf dem angrenzenden Festgelände nimmt am Abend eine slowenische Familienfeier Fahrt auf. Eine große ( 60 ) erklärt den Anlass. Schon bald erklingt beschwingte Livemusik. Slowenische und internationale Schlager erklingen und schwingen ca. 200 Meter über den Fluss. Auf der gegenüberliegenden, österreichischen Seite liegt eine Art Party-Zelt-Floß. Auch auch hier wird zum Tanz aufgespielt. Allerdings dominiert hier Blechblas. Der Musikantenwettstreit mündet in ein wechselseitiges drei-Lieder-Österreich / drei-Lieder-Slowenien Konzert.

Das zweite freie Wochenende wird wegen der zu erwartenden Heueinfuhr auf Freitag/Sonnabend vorverlegt. Unser Ziel liegt dieses mal etwas weiter südlich. Die Wanderung soll durch das Logarska Dolina / Logarska-Tal in Slowenien führen. Ganz am Ende gibt es einen Wasserfall, natürlich mit Geocache. Eigentlich wollten wir zu den höchsten Bergen Sloweniens im Nationalpark Triglav, was aber wegen der längeren Anfahrt verworfen wurde. So erleben wir ein Stück Bilderbuch-Slowenien. Übernachtungsplätze finden wir in malerischer Kulissen an Bergbächen.

Schon wieder was mit Autos

Kurz bevor wir Slowenien verlassen, passieren wir ein imposantes Gebäude. Was da unter dem Vordach und Hinterhof vor sich hin rostet, lässt das Herz des Oldtimerfreundes höher schlagen, oder bluten. Aber sehen sie selbst:

Was es hier sonst noch gibt:

Wir haben wieder Glück und können am Waldrand einen Schwarm Bienenfresser beobachten. Auch interessante Insekten gibt es hier. Wespenspinne und Gottesanbeterin schaffen es nicht mehr rechtzeitig vor der Kameralinse zu fliehen. Auf den Feldern in der Umgebung werden viele Kürbisse angebaut. Das Endprodukt ist hier in der Gegend Kürbiskernöl. In jedem Dorf gibt es mehrere Hofläden. Reines Kürbiskernöl, Klimaneutrales Kürbiskernöl, 100% reines Kürbiskernöl, bestes Kürbiskernöl, alles ist zu haben.


Alte Häuser

Bei unseren Fahrten durch die Südoststeiermark fallen immer wieder unbewohnte Dorfhäuser auf. Vielleicht habe ich ja in letzter Zeit zu viel Dieter Wieland geschaut, denn ich muss einfach diese, vermutlich dem Verfall preisgegebenen Gebäude fotografieren. Die Geometrie und Symmetrie sind beeindruckend.


Im Handwerkerdörfli

Weil wir es noch etwas älter haben wollen, fahren wir ins Handwerkerdörfl Pichla bei Mureck. Wie in manch anderen Museumsdörfern wurden alte Blockbohlenhäuser aus der Umgebung abgebaut und hier wieder aufgebaut. Häuser der Dorfhandwerker, mit Inventar ausgestattet bis hin zur Schule mit Lehrer und Schülern kann man besichtigen und betreten.



Was die hier sonst noch so machen

An Geburtstagen, besonders den runden wird groß und größer gefeiert. Das ist in Deutschland genau so wie in Österreich und anderswo. In Österreich aber ist etwas etwas anders. Diese Jubiläen werden im Vorgarten riesengroß angezeigt. Es geht beim 17. oder 18. Geburtstag los. Da stehe maibaumartige Konstrukte, die die freiwillige Feuerwehr vor Neid erblassen lassen. Meist mit dem Verkehrszeichen „Geschwindigkeitsbegrenzung“ in der entsprechenden Zahl geschmückt. Viel häufiger sind jedoch professionell bedruckte Planen. Ebenfalss mit diesen Schild, dem Text „Unser/e Franzi / Seppl … wird 30 40 50 60 … “ und vielen Bildern des Geburtstagskinds, die man vielleicht so nicht in der Öffentlichkeit sehen möchte.
Also, bei einer Ortsdurchfahrt von vielleicht einem Kilometer sind immer, wirklich immer zwei bis drei solcher Plakate o. ä. zu sehen. Das kann den Verkehrsteilnehmer schon mal verwirren. Auf einer schmalen Siedlungsstraße prangte auch schon einmal eine DIN-gerechte (95) an der Garagenwand.
Die Geburt eines Kindes wird ebenfalls im Vorgarten zelebriert. Ein bis fünf Klapperstörche verkünden Name, Geburtsdatum, Gewicht und Größe des neuen Erdenbürgers.

26.08.2021

Noch zwei/drei Tage mithelfen, dann endet auch das Kapitel Steiermark. Das Presshaus ist entkernt, Schafen, Enten und Hühnern geht es den Umständen entsprechend gut.

Hier für euch alle unser Dauerohrwurm der Augustwochen 2021. Das Lied ist 1984 sogar bis in die DDR vorgedrungen. Ich habe damals geglaubt die meinen Fürstenfeldbruck aus dem Bayern3 Verkehrsfunk. Jetzt, ganz in der Nähe vom richtigen Fürstenfeld und als stolzer Träger einer Lederhose, komme ich mir manchmal auch wie ein „oamer steirer Bua“ hintern Semmering vor. Fühlt sich gar nicht so schlecht an.

7 Gedanken zu „Südoststeiermark, ein bissel Slowenien und ein klein wenig Kärnten

  1. Swen und Doreen

    Soooooo schön ist es, eure Reiseberichte zu lesen und quasi mit dabei seinen zu können. Wir wünschen euch noch eine Menge schöne Erlebnisse und viel Spaß.

    Liebe Grüße von euren Tauschaern

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  2. Schröti

    Hallo ihr zwei,
    schön voneuch mal wieder was zu hören bzw. zu lesen.
    Wie gerne lese ich eure Berichte aus der weiten Welt auch wenn doch so nah.
    Habe aus euren letzten Bericht gar nicht euren neuen Ziele entnehmen können.
    Wo führt uns jetzt die Reise hin ?
    Bleibt gesund und froh….
    Was macht eigentlich eurer Mobil….
    Mfg Schröti

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    1. Mario Beitragsautor

      Hallo Schröti,
      das nächste Ziel unserer Reise ist Mittelsachsen – nach Hause – heeme.
      Vorher noch mal schnell in Linz was abholen.
      Dem Mobil geht es gut. Auch wenn es auf den Bergstraßen mächtig zu kämpfen hat. Also rauf zu zu. Da stapeln sich die Einheimischen hinter uns, die meinen die Geschwindigkeiten auf den Schildern am Straßenrand sind Mindestgeschwindigkeiten. Also 100 km/h + X auf kurvenreichen Strecken. Nur in den Haarnadelkehren steht manchmal eine 70 da.
      Bis bald

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  3. franko beck

    Hallo zusammen.Ich freue mich euch in Bild und Text zu erleben.und ich habe eine Frage.die Anja kann doch bestimmt die Bienenfresser nicht leiden,weil die Vögel den Honig mit biene fressen,Oder? bleibt gesund und bis später.Franko

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    1. Mario Beitragsautor

      Hallo Franko,
      doch, Anja mag Bienenfresser weil die so schön bunt aussehen und bestimmt nur gaaanz selten bis gar nicht Bienen fressen.

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  4. A + S Wunsch

    Liebe Anja, lieber Mario,
    sehr schöne Beiträge von Dir, Mario, da bekommt man Lust in die Ferne zu ziehen. Bei uns ist immer etwas los, Axel hatte im Juli die Eröffnung einer Personalausstellung in Chemnitz, die läuft noch bis September, am 11.09.21 gibt es in Werdau eine Ausstellung mit 30 Künstler zum Thema künstlerische Gestaltung eines Würfels aus Holz 60x60x60 cm, zusätzlich gibt es eine Fischparty, super Menü, gesponsert vom dortigen Fischladen. Mitte September findet nähe Zwickau ein Raku Pleinäir statt, im August hatten wir mit dem Kunst-Verein Laterne eine Woche in Rübenau Pleinäir, Axel und ich haben in Vorbereitung auf den Raku Brand fleißig mit Ton gearbeitet. Eigentlich wollten wir heute an die Ostsee fahren, aber Axel muss noch Grafiken in der Litho Werkstatt drucken, vielleicht fahren wir morgen. Alles Gute für Euch. Axel und Sieglinde

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