Phase 0 Die Planung vor der Planung

Gerne hätte ich nach acht Jahren wieder Mosambik besucht.
Aber das geht Anfang 2025 nicht wirklich und wenn nicht sicher.
Nach den Wahlen 2024 herrschte im Land etwas Unstimmigkeit über deren Ergebnis.
Die Nachrichten die uns seit Ende 2024 erreichten, haben selbst hart gesottene Afrikareisende abgehalten dieses tolle Land zu besuchen.
So ist denn die zweistimmige Wahl auf Namibia im November 2025 gefallen. Schon bald hat sich eine Koalition von vier Willigen zusammen gefunden.

Phase 1 Die eigentliche Planung
- Flug
Von Dresden über Frankfurt nach Windhuk.Die günstigsten Verbindungen liegen etwa In der Mitte. Hin und zurück für ca. 1250 Euro – mit einem Aufgabegepäckstück pro Person. Durch etwas Schieben findet sich einmal im Monat ein sehr günstiger Preis. Für z. Bsp. 825 Euro kommt mit vertretbaren Zwischenstopp und einem Koffer hin und zurück. – Deal! - Mietwagen
Bisher hatten wir aus Geiz immer die kleinste Kategorie Modell „Elefantenrollschuh“. Dieses Mal soll es etwas größeres sein. Unsere Wahl ist auf einen Toyota Hilux mit Dachzelt der Firma Asco car hire gefallen. Preis für 2 Wochen 1,442.00 Euro macht 721 Euro pro Person. – Deal - Reisepass – Führerschein – Impfungen
Man benötigt für Namibia einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Meiner läuft – oh Schreck – Februar 2026 ab. Das sind ab November 2025 weniger als sechs Monate, also muss schon wieder ein neuer her. Macht 70 Euro zzgl.Fotos.
Will man selbst fahren, ist ein internationaler Führerschein vorgeschrieben. Ein graues Heftchen, das zum regulären Führerschein mit zuführen ist. Erhält man in unserem Fall im Landratsamt, persönliche Antragstellung in der Führerscheinstelle Döbeln erforderlich. WtF? Digitales Landratsamt 2025 – nee so wird das nichts. In der Vergangenheit haben wir es darauf ankommen lassen und bei Kontrollen in Südafrika oder Mosambik nur unser deutsches Kärtchen vorgezeigt – ohne Probleme. Aber darauf will ich es dieses Mal nicht ankommen lassen. Aber noch einen Tag und 100 km Fahrt durch den Landkreis? Also Plan B. Eine beglaubigte Übersetzung ins Englische wird auch anerkannt. Die gibt es in diesem www. Antrag online ausfüllen: Vorder- und Rückseite eingescannt, 35 Euro per PayPal und zwei Tage später lag ein wichtig aussehendes Dokument im Briefkasten. Privatwirtschaft schlägtFaultierfarmAmtsstube.
An Impfungen ist nur die Gelbfieberimpfung gefordert – wenn man denn aus einem Gelbfiebergebiet kommt. Betrifft uns nicht, den Spaß hatte ich 2017 nach Zwischenlandung in Addis Abeba. Sonst sollten die bekannten Standardimpfungen gültig sein – Tetanus und so. Gehen wir mal zum Hausarzt. Aber der ist 2018 in den Ruhestand gegangen. - Jetzt neu: ab April 2025 benötigt man für Namibia vorab ein Visum.
Das Außenministerium rät: „„Visa on Arrival“ (als Online-Visum): Das namibische Innenministerium empfiehlt, das Visum vor Reisebeginn online als E-Visum zu beantragen.“
Geht alles online, 84,– Euro p. P.
Phase 3 Jetzt geht’s los
Am 19.05.2025 wurde die Reiseroute als Rundreise abgesteckt, am 05.11. noch einmal umgedreht und schon einige Unterkünfte gebucht.
Tage 1 und 2 – 25./26-11.2025
Dresden – Frankfurt – Windhuk
Alles schon Routine, bekannte Abläufe, schon so oft durchexerziert, könnte man meinen. Noch vor dem Abflug in Dresden werden wir sicherheitsdienstlich behandelt. Ein hochwertiges Taschenmesser hat sich ins Handgepäck eingeschlichen und sollte eigentlich ersatzlos entsorgt werden. Doch zum Glück müssen wir auch zur Gepäcknachkontrolle und es darf ordnungsgemäß mitreisen. Angekommen in Windhuk warten wir in der Schlange auf die Passkontrolle. Reisepass und das vorab ausgedruckte Visum habe ich wohl. Aber mein Portemonnaie ist nicht da. Weder in den Taschen für wichtige Dokumente noch sonst wo. Kredit/Debitkarte und Führerschein könnten auf der Reise noch wichtig werden. Die berühmte Frage: „Wo hattest du es zuletzt?“ Antwort: „Im Flugzeug, bei der Bezahlung eines Getränks“. Also der nächste berühmte Satz an einen Angestellten: „I have Problem“. Mit meiner Bordkarte eilt der junge Mann noch einmal zu meinem Sitzplatz an Bord und kehrt unter dem Applaus der Mitreisenden mit dem Objekt der Begierde zurück. Der Flughafen Windhuk ist recht übersichtlich, und wir sind die einzige Ankunft für ein paar Stunden.
Wir werden von unserer Mietwagenfirma abgeholt. Die Übergabe des Autos zieht sich ganz schön hin. Alle Um- und Anbauten werden erklärt.


Die erste Fahrt geht durch den Stadtverkehr von Windhuk zu einem Einkaufszentrum um Proviant zu fassen. Linksverkehr – Lenkrad rechts. Alles schon mal gemacht, schön vorsichtig links fahren Trotzdem geht beim Abbiegen öfter mal der Scheibenwischer los. Blinker- und Wischerschalter sind zwar an der logisch richtigen Position aber die linke Hand sieht das anders.
25./26.11.2025 A Jansen Kalahari guest farm






Unsere erste Unterkunft ist eine Guest-Farm. Neben der Landwirtschaft bieten viele Farmen in den letzten Jahren vermehrt Touristenunterkünfte an. Auf einer Fahrt in den Sonnenuntergang – Sundowner erzählt unser Gastgeber einiges zur Geschichte der Farm seiner Bewohner, Tiere und Pflanzen. Von ehemals 10.000 Hektar hat er die Hälfte abgegeben und bewirtschaftet jetzt noch 5000 Hektar. Bisher Rinder- und Schafzucht, in den letzten Jahren verstärkt Gemüseanbau. Ein Teil der Farm der Farm ist den wilden Tieren vorbehalten. Springbock, Impala, die handzahme Straßendame Anna, ein Giraffenpaar, Oryx- und Eland-Antilope leben hier. Sie sind aber praktisch Eigentum des Farmers und beim Sprung über den Zaun gehören sie dem Nachbar. Das ist namibisches Recht. Beim Start unserer Abendfahrt ist es windig, regnerisch und in der Ferne zucken erste Blitze aus den dunklen Wolken. Doch werden wir am Ende auf der Panoramadüne mit ein einem grandiosen Sonnenuntergang auf der einen und einem Regenbogen auf der anderen Seite belohnt.






(Philetairus socius)
Jetzt, im November / Dezember 2025 ist es hier am Rande der Kalahari noch sehr trocken. Aber aus den scheinbar verdorrten Büschen sprießen die ersten Blüten.
Die riesigen Heuballen in den Bäumen sind Kolonien des Siedelwebers. Und wie richtige Heuballen werden sie von den Farmern bei Bedarf zu Viehfütterung genutzt.




27./28.11.2025 Sessriem Sossuvlei


(Sporopipes squamifrons)

(Onychognathus nabouroup)

Wir fahren zu den höchsten Dünen Afrikas / der Welt und wanden ein Stück hinauf.
Dazwischen befindet sich eine trockenes Tal. Das Alter der abgestorbenen Bäume im Tal des Todes wird auf mehrere hundert Jahre geschätzt..
Die roten Sanddünen sind nur der Anfang eines Wüstengebietes, das sich an dieser Stelle noch ca. 50 km bis zum Atlantik erstreckt. An der breitesten Stelle sind es auch mal bis zu 130 km. Auf den letzten Kilometern der Zufahrt schalten wir zum ersten und einzigen Mal auf unserer Reise im Tiefsand den Allradantrieb zu.








Gleich nebenan , gibt es in der ansonsten ebenen Landschaft den sehr sehenswerten Sesriem-Canyon. Nach einem kurzen Abstieg geht es auf dem trockenen Grund bis zu einem Wasserloch in dem sogar Fische sind.



29./30.11 Swakopmund






Wir haben eine Ferienwohnung in einer Einfamilienhaussiedlung etwas außerhalb. Überall Mauern mit Elektrozaun obendrauf. Menschen auf den Straßen sind hier so gut wie nicht zu sehen, oft noch nicht einmal Autos vor den Häusern.


In Namibia sind die Steckdosen etwas anders konstruiert als in Deutschland. Aber wir sind vorbereitet und haben für diesen Fall einen 5-fach Weltadapter dabei. Ach was, wir haben sogar zwei Adapter dabei. Einen in schwarz und einen in weiß. Nur leider passt keiner der Stecker in die namibischen Steckdosen. Erst der Kauf eines weiteren Adapters und kleine Anpassungen ermöglichen es den Laptop zu laden. Sieht abenteuerlich aus, ist aber ganz ungefährlich.



In der eigentlichen Stadt kann man den deutsch-namibischen, kolonialen Baustil noch gut erkennen. In einer kleinen, geschützten Bucht des Stadtstrandes ist sicheres Baden im Atlantik möglich.







01./02.12.2025 Brandberg
Wieder geht es hunderte Kilometer über Sand- und Schotterpisten. Vor uns meist nur der Horizont, hinter uns eine Staubwolke. Eigentlich sollte man nicht für Fremde und vermeintliche Pannenhilfe anhalten. Aber dieser Reifenschaden war echt und die Dame und junge Mann mit dem Radwechsel überfordert. Der örtliche Pannendienst war zwar schon vor Ort, aber wir haben dann mal übernommen. Das Reserverad war in der gleichen Weise unter dem Wagenboden befestigt wie bei unserem Fahrzeug. Da konnten wir gleich mal üben – für den Fall der Fälle.




In unserer Unterkunft am Brandberg, der White Lady Lodge relaxen auch Erdmännchen am Pool und lassen sich gefahrlos streicheln und kraulen.




Hier besuchen wir die berühmten Felsmalereien der „white lady“. Die in den Jagdszenen dargestellte Person ist aber gar keine Lady, wie Forschungen ergeben haben, Die falschen Deutungen der ersten europäischen Besucher haben sich aber hartnäckig bis heute gehalten. Unterwegs begegnet uns wieder allerlei Getier.






03.12.2025 Etosha Nationalpark Einfahrt bis zur Olifantsrus Campsite
Natürlich besuchen wir, wenn wir in Namibia sind, den Etosha-Nationalpark.
Das Gebiet ist komplett eingezäunt, die Zufahrt nur an den offiziellen Kontrollstellen, den Gates möglich.
Man muss sich in ein Formular eintragen, für Mensch und Maschine werden Gebühren fällig. Das war uns soweit klar. Aber es wird auch eine kleine Gepäckkontrolle durchgeführt. Insbesondere auf Plastiktüten hat es unsere Kontrolleurin abgesehen. Alles was nach Einweg aussieht, darf nicht in den Park einreisen. Mehrwegtüten mit Verschluss oder ähnlichem dürfen durch. Ebenfalls nicht erlaubt sind Drohnen und Waffen. Das mit den Waffen ist ja wohl klar, aber bei den Drohnen scheint es eine Änderung gegeben zu haben. Vor einiger Zeit war es wohl noch möglich so etwas in einem versiegelten Behältnis dabei zu haben. Jetzt sind die Fluggeräte hier tabu. Ein Herr, den wir einige Tage später unfreiwillig belauschen durfte sein Fluggerät mehrere hundert Kilometer zurückbringen. Plan B wäre wohl gewesen es vor Ort zu verschrotten. Auch ich hatte mit dem Gedanken gespielt die Drohne mitzunehmen, zum Glück aber wieder verworfen.







Von unserer Einfahrt, dem Galton Gate bis zur Ausfahrt Namutoni Gate sind es 275 Kilometer Luftlinie. Die Kernzone, die Etosha-Pfanne ist eine Ebene von ca. 110 x 150 km. Obwohl auf den Landkarten blau dargestellt, gibt es hier am Ende der Trockenzeit nur eine riesige leere Salzwüste. Die weltberühmten Flamingoschwärme sind jetzt anderswo. Aber drumherum bekommen wir viel zu sehen. An den natürlichen und künstlichen Wasserlöchern finden sich Elefanten, Giraffen, Zebras, Vögel und viele andere mehr ein.
Unser Camp für diese Nacht ist über einen kurzen Steg mit einer Aussichtshütte direkt über einen künstlichen Wasserloch verbunden. Im letzten Sonnenlicht des Tages schreitet ein Elefant vom Horizont heran und trinkt aber nicht aus dem eigentlichen Wasserloch. Zielgerichtet zieht er mit dem Rüssel vermutlich sauberes Wasser aus einer Art Pumpenloch. Um und vermutlich auch in der Wasserstelle habe die Elefanten reichlich Haufen hinterlassen. Das willst du nicht trinken, denkt sich auch der Elefant.




water thick-knee or water dikkop (Burhinus vermiculatus)
Nach Einbruch der Dunkelheit kommen immer noch Tiere zum Wasserloch. Darunter viele Vögel, die wir zwar gut hören aber kaum noch sehen können. Lediglich vom Wassertriel gelingt mir ein Foto, nachdem ich mit dem Blitzlicht der Kamera klar gekommen bin.
Weil es so schön war, geht es am nächsten Morgen noch einmal zum Beobachtungspunkt. Auch zu früher Stunde kommt wieder ein Elefant vom Horizont heran geschritten und bahnt sich seinen Weg durch die mittlerweile zahlreichen Zebras. Unter dem Strohdach verbringen einige Fledermäuse den Tag.


Namib long-eared bat (Laephotis namibensis)

04.12.2025 Etosha Nationalpark Halali Camp
Halalali, das heißt wirklich so nach dem deutschen Wort für das Halalali am Ende einer Jagd. Soll heißen: hier wird nicht mehr geschossen, nur noch geguckt.
Die Fahrt dahin führt uns an diesem Tag über 196 Kilometer durch den Park, jetzt schon bis an den Rand der riesigen Salzpfanne.










05.12.2025 Etosha Nationalpark Onguma Tamboti Campsite
06./07.12.2025 Waterberg

Auf dem Weg vom Restaurant zum Campingplatz Waterberg ruft uns Helmi aufgeregt zu sich. Im Gebüsch gibt es mächtig Spektakel. Eine Schlange kriecht einen Strauch herab und wird dabei von zwei Rotbauchwürgern angegriffen. Ein Buntastrild und ein ein Maskenweber sind auch mit dabei. Die vermutliche Boomslang (ich kenne nur die) schlängelt sich anscheinend unbeeindruckt ihres Weges.




